Gäste mit Kutsche vor dem Gasthaus im Jahr 1922

1840 – 1928: Die Anfänge

Gäste mit Kutsche vorm Haus. Ganz links: Rudolf Hofmann
Gäste mit Kutsche vorm Haus. Ganz links: Rudolf Hofmann © Privat

Johannes Jakob Frühauf heiratete im Jahr 1840 Elisabeth Katharina Bank aus Hattgenstein. Sie kauften die Mühle und bauten sie im Jahr 1860 um. Der seither erhalten gebliebene Türsturz über dem Eingang der ehemaligen Mühle gibt davon Zeugnis und trägt die Initialen IF u KB. Die Grundlage für die weitere Entwicklung des Hauses legten Philipp August Frühauf und Katharina Philippina Welker nach ihrer Hochzeit im Jahr 1876. Sie wurden am 19. August 1878 bei der Gemeinde vorstellig zur „Einholung der Erlaubniß zur Verlegung eines Weges und Bauung eines Wohnhauses mit Oeconomiegebäuden“. Am 4. Dezember 1881 richtete der Müller August Frühauf an die Großherzögliche Regierung zu Birkenfeld die „Gehorsamste Bitte … um Ertheilung der Concession zum Betriebe einer Gastwirthschaft.“ Das neue Haus schloss sich direkt an die zu dieser Zeit bereits existierende Mühle an. Die Familie lebte von Landwirtschaft, dem Mahlgeschäft und der Gastwirtschaft.

alter Türzsturz mit Inschrift
Türsturz vom ehemaligen Eingang in die Mühle aus dem Jahr 1860

Ihre Tochter Lydia Frühauf heiratete im Jahr 1899 Rudolf Hofmann aus Hattgenstein. Sie vergrößerten die Wirtschaft, erweiterten die Gebäude um weitere Stallungen und betrieben auch eine Bäckerei. Im Jahr 1928 kam eine Tankstelle hinzu.

Aus der Begründung des damaligen Konzessionsantrages:

„Im Dorfe Schwollen werden außer einer Säge- und vier Mahlmühlen noch viele andere Geschäfte betrieben und findet dadurch immer ein lebhafter Verkehr im Orte statt. Während des Sommers wird dieser Verkehr durch die Besucher des in der Nähe des Ortes belegenen Sauerbrunnens und die Abfuhr von Holz aus dem Hochwalde nach den zu der Nahe hingelegenen Ortschaften und der Eisenbahnstation Kronweiler besonders verstärkt. Dem verkehrenden Publikum wird im Orte Schwollen durch eine Gast- und eine Schankwirthschaft Gelegenheit zur Erfrischung geboten. Da sich aber die beiden genannten Wirthschaften am unteren Ende des Circa 1 km langen Dorfes befinden, so hat sich im oberen Theile des Dorfes schon sehr oft der Mangel einer Wirthschaft recht fühlbar gemacht; ja man muß sagen, eine Gastwirthschaft ist hier zum Bedürfniß geworden, weil nämlich in diesem Theile des Dorfes die Sägemühle, zwei andere Mühlen und ganz in der Nähe der Häuser der Sauerbrunnen belegen sind und somit der größte Verkehr hier stattfindet. Ganz besonders wird von den auf der Sägemühle verkehrenden Leuten der Mangel einer Wirthschaft in der Nähe beklagt, denn gewöhnlich kommen die Leute mit ihren Stämmen erst nach mühevoller Arbeit und später als in der vorgenommenen Zeit dort an und hat sich dann bei ihnen sowie ihren Zugthieren das Bedürfniß nach Erfrischung eingestellt: Unter den jetzigen Verhältnissen kann dieses Bedürfniß aber erst nach Zurücklegung eines Weges von ungefähr zehn Minuten befriedigt werden was den Betreffenden noch weitere Mühe und Zeitverlust verursacht. Da nun gehorsamst Unterzeichneter bei seiner im oberen Theile des Dorfes belegenen Mühle ein neues und sehr geräumiges Haus erbaut hat, so ist er gesonnen, eine Gastwirthschaft zu eröffnen, da er dieselbe bei seiner Mühle recht gut betreiben und dadurch sich und dem verkehrenden Publikum mancherlei Vortheile verschaffen könnte.“

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