Die Kirche Heiligenbösch im Winter bei Raureif

Schwollen – Dorf des Wassers

Schwollen ist ein langgestrecktes Dorf im südwestlichen Hunsrück mit etwas über 400 Einwohnern und gehört zum Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz. Der Ort ist als staatlich anerkannter Erholungsort bekannt, insbesondere wegen seiner Mineralquellen. Das dort geförderte Mineralwasser wird von zwei Sprudelunternehmen abgefüllt, was sich auch im Gemeindewappen widerspiegelt: Im oberen grünen Feld ist ein silberner Schalenbrunnen mit geteiltem Wasserstrahl dargestellt.

Die politische Zugehörigkeit von Schwollen hat sich im Lauf der Geschichte mehrfach verändert: Bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert gehörte Schwollen zur Hinteren Grafschaft Sponheim. Nach der Besetzung des linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen wurde das Dorf Teil des Kantons Birkenfeld im Saardepartement. Im Zuge der Regelungen des Wiener Kongresses (1815) kam die Region 1817 zum oldenburgischen Fürstentum Birkenfeld. Dies führte dazu, dass später regelmäßig Gäste aus Oldenburg in Schwollen Urlaub machten. Seit 1937 gehörte Schwollen zum preußischen Landkreis Birkenfeld und ist ab 1946 Teil des Landes Rheinland-Pfalz.

Die Kirche Heiligenbösch im Winter bei Raureif

Die Kirche Heiligenbösch steht oberhalb der Orte Schwollen und Leisel auf einem Bergrücken (520 m.ü.M.) umgeben von alten Linden und einer Bergulme. Bei klarem Wetter hat man von dort eine herrliche Aussicht bis zur Pfalz und zum Saarland. Zur Römerzeit wurde an diesem Ort  ein Gutshof, eine „villa rustica“ errichtet. Die Reste eines Römerbades (frigidarium) sind von der Kirche aus zugänglich. Heiligenbösch war zunächst eine Wallfahrtskapelle dem Täufer Johannes geweiht. In der Zeit nach 1730 müssen auch die Gemälde entstanden sein, die, von unbekanntem Künstler nach älteren Vorbildern gefertigt, die an der Empore zu sehen sind. Die Orgel ist von besonderem historischen Wert. 1838  von den Orgelbauern Stumm aus Rhaunen Sulzbach (Hunsrück) eingebaut, hat sie – dank sorgfältiger Restaurierung – in allen Registern den ursprünglichen Klangcharakter behalten. 

Neben der Kirche befindet sich der Friedhof Heiligenbösch. Er zeichnet sich aus durch seinen alten Baumbestand und durch eine großzügige Planung mit viel Grünfläche. Wegen der vor allem in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts  handwerklich individuell gearbeiteten Grabmale ist er zu einem von der Fachwelt anerkannten Musterfriedhof geworden.

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